Um was es geht

NaWaRo-Fahrrad.de_PW-Flyer_Photo_1Das Projekt NaWaRo-Fahrrad, ein interdisziplinäres Team von Studierenden der TU-Berlin und anderer Hochschulen aus Berlin und Brandenburg, hat sich zum Ziel gesetzt, alternative, regionale & ökologische Roh- & Werkstoffe zu erforschen und die Idee eines bis zu 90% aus Material pflanzlichen Ursprungs bestehenden Fahrrades Wirklichkeit werden zu lassen. Mitentwickeln können Studierende aller Semester und Studiengänge.

Das Themenfeld zur stofflichen Nutzung pflanzlicher Nachwachsender Rohstoffe und zur Herstellung möglichst vieler sehr unterschiedlicher NaWaRo-Produkte, hat nichts an seiner Aktualität eingebüßt.
Das derzeitige Wirtschaften ist auf den Verbrauch und die Verschwendung von nicht-erneuerbaren fossilen Energieträgern sowie von nicht-nachwachsenden Rohstoffen ausgelegt. Folgen hiervon sind der Klimawandel und unzählige weitere soziale und ökologische, regionale und globale Probleme.

Unsere Intention war und ist es echte Alternativen im Hinblick auf die Nutzung von Rohstoffen und die Einsparung von Energie, sowie neue Arbeits- und Herstellungsmethoden am Beispiel eines Fahrrades aus regionalen nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln und zu verbreiten.

Warum muss es ein Fahrrad sein?!

nawaro_felgengruppe_2 Ein Fahrrad aus NachWachsenden Rohstoffen ist ein ausgesprochen sympathischer und inspirierender Eyecatcher, den man praktisch überall mit hinnehmen kann und durch den man sehr schnell mit interessierten Zeitgenossen ins Gespräch kommt.
Außerdem lassen sich die einzelnen Fahrradteile aus sehr unterschiedlichen regionalen NachWachsenden Materialien herstellen, so dass man diese direkt erklären und vorführen kann. Ein Fahrrad aus NachWachsenden Rohstoffen ist also hervorragend zur Verbreitung der NaWaRo-Idee geeignet.
Bei dem NaWaRa-Fahrrad handelt es ich sowohl um einen Demonstrator für neue stoffliche Anwendungsmöglichkeiten, sowie um ein tatsächlich vielfältig nutzbares Produkt.
Die weit über den Campus Charlottenburg hinaus beliebten und populären zwei bisherigen NaWaRo-Fahrrad Projektwerkstätten haben sich ursprünglich aus dem Bambus-Rad Teilprojekt (neuer Titel: Green-Bamboo-Bike) der 2008 an der Technischen Universität Berlin gegründeten unabhängigen studentischen Hochschulgruppe „grüneUni“ (Motto: Erneuerbare Energien, Alternative Landwirtschaft, Nachwachsende Rohstoffe, Solidarität, Entschleunigung & Soziale Ökologie an die Hochschulen ~ jetzt!) heraus etabliert.

Unsere Vision ~ die Rohstoffwende

archiv_rahmenkonzept-gruppe-1_0Pflanzen wachsen direkt mit Sonnenenergie vor Ort und nehmen dabei CO2 aus der Atmosphäre auf. In hochwertigen bzw. langlebigen NaWaRo-Produkten wird langfristig atmosphärischer Kohlenstoff gebunden. Im Vergleich zu konventionellen Produkten werden außerdem bei der Nutzung regionaler NachWachsender Rohstoffe, Energie und Transportwege bei der Herstellung eingespart, was den Ausstoß von CO2 vermindert. Bei endlichen Rohstoffen, wie Erzen oder Erdöl und deren Verarbeitung zu Metallen und Kunststoffen, wird sehr viel Energie verbraucht.

Wenn also in Zukunft die Produktion im großen Maßstab auf die regionale stoffliche Nutzung von schnell-nachwachsenden Rohstoffen (schnell wachsende Baumarten, Faser- & Ölpflanzen, Bambus etc.) umgestellt wird, kann dies ganz erheblich zur Senkung des CO2-Anteils in der Atmosphäre und somit zur Abbremsung des Klimawandels beitragen.

Unser Ansatz deckt sich mit zentralen Fragen, die auch von der Bundesregierung als essentielle Zukunfts-themen angesehen werden. Hierzu im folgenden Auszüge aus zwei Dokumenten des Deutschen Bundestages:

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030

„Mit der ‚Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030‘ legt die Bundesregierung die Grundlagen für die Vision einer nachhaltigen bio-basierten Wirtschaft bis zum Jahr 2030, deren vielfältiges Angebot die Welt ausreichend und gesund ernährt sowie mit hochwertigen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Diese Vision lebt von der Entwicklung einer freien, dynamischen und innovativen Wissensgesellschaft, …“

Climate Engineering – Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung

NUTZUNG VON TERRESTRISCHEN KOHLENSTOFFSENKEN
GROSSFLÄCHIGE AUFFORSTUNGSMASSNAHMEN
Ein intaktes Waldökosystem speichert in Biomasse und Boden große Mengen an Kohlenstoff. Die auf die Fläche bezogene Kohlenstoffmenge reicht, je nach klimatischen Bedingungen, von rd. 150 t C/ha in Wäldern der mittleren Breiten, über 250 t C/ha in tropischen Wäldern bis rd. 400 t C/ha in Wäldern der hohen Breiten. Insgesamt speichern die globalen Waldökosysteme über 1.100 Mrd. t C (WBGU 1998, S. 48), also beinahe doppelt so viel Kohlenstoff, wie in der Atmosphäre vorhanden ist. Deshalb wurden Vorschläge, die terrestrische Kohlenstoffsenke durch großflächige Aufforstungsmaßnahmen zu erhöhen, sehr früh auch im Kontext des Climate Engineering besprochen. […]
Das geerntete Holz könnte durch eine energetische Nutzung fossile Energiequellen substituieren oder durch eine stoffliche Nutzung (z. B. als Baumaterial, zur Möbelherstellung) längerfristig Kohlenstoff binden und so zum Klimaschutz und zur Wertschöpfung beitragen. 20140905_073635-tour-de-nawaro_0

Da wir Fahrräder bzw. vorwiegend mit Muskelkraft und mit Erneuerbaren Energien betriebene Fortbewegungs- und Transportmittel entwickeln, tragen wir ebenfalls zur Verbreitung und Umsetzung von Ideen und Konzepten zur nachhaltigen Mobilität bei.

Auch das Land Berlin setzt sich Ziele, die sich mit unseren überschneiden:

Berliner Energie- & Klimaschutzprogramm (BEK)

Die Ziele des NaWaRo-Fahrrad Projektes bilden als Teil der angestrebten Ziele des Berliner Energie- & Klimaschutzprogrammes mit diesen eine Schnittmenge.
Die Hochschulgruppe grüneUni mit ihren bisherigen Projekten ‚BambusRad‘ und ‚Projektwerkstatt NaWaRo-Fahrrad 1 & 2′, kann zu den Berliner Vorreitern in Sachen ’stoffliche Nutzung regionaler Nachwachsender Rohstoffe‘, abseits der bisherigen NaWaRo- Einsatzgebiete gezählt werden. Wir möchten auch in Zukunft mit unserer Arbeit als Inspirationsquelle für neue Innovationen in Berlin und über die Stadtgrenzen hinaus wirken.

Hier einige Auszüge der Online-Präsenz des Berliner Senats zum BEK:

Das BEK beschreibt für alle energie- und klimapolitisch relevanten Handlungsfelder der Hauptstadt – Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, private Haushalte und Konsum sowie Verkehr – konkrete Strategien und Maßnahmen.

„Die Metropolen der Welt tragen mit ihren CO2-Emissionen wesentlich zum Klimawandel bei. Berlin übernimmt deshalb seine Verantwortung: Wir setzen uns ambitionierte Klimaschutzziele und mit dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm zeigen wir ganz konkret, wie wir diese auch erreichen können. Damit nimmt Berlin auf deutscher und internationaler Ebene eine Vorreiterrolle ein und setzt auch im Zuge der aktuellen UN-Klimakonferenz in Paris ein wichtiges Zeichen. Berlin leistet seinen Beitrag für eine klimafreundliche, lebenswerte Zukunft.“ (der Regierende Bürgermeister des Landes Berlin Michael Müller)

BEK-Endbericht: Der Weg zum Ziel – Strategien und Maßnahmen / Bereich CO2 -Senken / Wälder

Mit Wald sind 18,5 % der Berliner Landesfläche bedeckt (16.000 ha).
Weitere 12.500 ha landeseigene Wälder grenzen im Brandenburgischen Umland an. […] Neuste Berechnungen der Berliner Forsten gehen davon aus, dass im Berliner Wald als CO2 -Senke abzüglich des Holzeinschlags jährlich 67.500 t CO2 gespeichert werden. Hierin sind ober- und unterirdische Zuwächse sowie der mineralische Boden enthalten. Innerhalb der Berliner Landesgrenze werden davon 38.000 t CO2 gespeichert (Münte 2015).

Eine Studie aus Nordrhein-Westfalen (MKULNV 2013) zeigt, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Holzverwendung einen höheren Einfluss auf die Klimaschutzleistung haben, als Maßnahmen der Waldbewirtschaftung.
Es ist besonders sinnvoll Holz zunächst stofflich zu nutzen und erst nach Gebrauch energetisch zu verwerten (Kaskadennutzung). Holzprodukte benötigen weniger Primärenergie zur Produktion als stoffliche Wettbewerber (Beton, Aluminium, Kunststoff). Durch die Nutzung von Holzprodukten und die gleichzeitige Substitution anderer Stoffe wird um ein Vielfaches an CO2 eingespart.

Links zum Thema

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. www.fnr.de
Gehört zum Landwirtschaftsministerium, viele Infos und Downloads

nawaro rohstoffwende.de_grafikNova-Institut www.nova-institut.de
Ebenfalls sehr viel Material zu NaWaRo & der Rohstoffwende.de
Datenbank Nova-Institut bio-based.eu
Download NaWaRo-Grafik

Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030
Download Deutscher Bundestag  Drucksache 17/3787
Link www.biooekonomierat.de

Climate Engineering – Bericht des Ausschusses für
Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Download Deutscher Bundestag  Drucksache 18/2121

bek_coverBerliner Energie- & Klimaschutzprogramm (BEK)
Link klimaneutrales.berlin.de
Download Endbericht Berliner Energie- & Klimaschutzprogramm

Öko-Institut e.V.
Download Bericht Klimaschutzszenario 2050

Einige Fotos aus vier Jahren Projektwerkstatt Arbeit
und von TU Berlin Hannovermesseständen
:

Weitere Photos gibt es im Archiv…